Das Professorinnenprogramm gehört zu den renommiertesten Förderprogrammen zur Gleichstellung in der Wissenschaft in Deutschland. „Die Universität Passau hat zum dritten Mal in Folge ein Gleichstellungskonzept eingereicht, das positiv begutachtet wurde. Wir freuen uns über die damit verbundene Anerkennung unserer Leistungen in den vergangenen Jahren und die Möglichkeit, gleichstellungsfördernde Maßnahmen für die nächsten fünf Jahre finanziell abzusichern“, erklärt Dr. Claudia Krell, Leiterin der Stabsstelle Diversity und Gleichstellung an der Universität Passau.
Die Antragstellung in der ersten Stufe erfolgte im August letzten Jahres unter ihrer Leitung und in enger Abstimmung mit dem Präsidenten der Universität, Professor Dr. Ulrich Bartosch, der Vizepräsidentin für Internationales und Diversity, Prof. Dr. Christina Hansen, sowie den stellvertretenden Beauftragten für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst, Dr. Kathrin Plank und Véronique Coiffet.
Bund und Länder stellen für das Professorinnenprogramm 2030 insgesamt 320 Millionen Euro über eine Laufzeit von erstmalig acht Jahren zur Verfügung. Es wurde im November 2022 von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossen, baut auf den erfolgreichen bisherigen drei Programmphasen seit 2008 auf und wurde inhaltlich gestärkt. Ziel des Förderprogramms ist es, die Anzahl der Professorinnen in Richtung Parität dynamisch zu erhöhen, Wissenschaftlerinnen in der frühen Karrierephase auf dem Weg zur Lebenszeitprofessur zu fördern und in der Wissenschaft zu halten sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern an den Hochschulen strukturell noch stärker zu verankern.
Die Auswahl erfolgte in drei Einreichungsrunden. Von den insgesamt 226 eingereichten Gleichstellungs-konzepten für Parität von Universitäten und Hochschulen aus allen Bundesländern wurden 192 positiv begutachtet. Davon konnten 44 in der dritten Runde mit ihren gleichstellungspolitischen Zielen, Strukturen und Maßnahmen überzeugen, so auch die Universität Passau als einzige bayerische Universität. Darüber hinaus wurde in Bayern noch die Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg ausgezeichnet. Die Bewertung erfolgte durch ein externes Gutachtergremium.
Die ausgewählten Universitäten und Hochschulen können nun im Rahmen des Programms bis zu drei Professorinnen berufen, deren unbefristete W2- oder W3-Stellen in den ersten fünf Jahren jeweils über eine Anschubfinanzierung gefördert werden.
Die GWK-Vorsitzende und Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär betont: „Das Professorinnenprogramm ist seit 2008 das zentrale Programm von Bund und Ländern zur Förderung von Gleichstellung an Hochschulen. Es ist ermutigend, dass es auf eine anhaltend hohe Resonanz stößt und ein Großteil aller Hochschulen sich daran beteiligt hat. Das zeigt eindeutig: Den Hochschulen ist die Relevanz von Gleichstellungsarbeit bewusst – das ist ein starkes Signal für die Verbesserung der Strukturen für Frauen in der Wissenschaft. Den ausgewählten Hochschulen wünsche ich viel Erfolg bei der Umsetzung des Konzepts und bei der Gewinnung von exzellenten Wissenschaftlerinnen.“