Ein in der Forschung weit verbreitetes „Keynesianisches Konsensmodell“ findet zunehmend Eingang in die Lehrbuchliteratur. Im Zentrum steht eine Zentralbank, die nicht eine Geldmenge fixiert, sondern den Zinssatz gemäß einer Taylor-Regel setzt. Dieses Modell ist an vielen Stellen realitätsnäher als das seit nunmehr 50 Jahren in der Lehrbuchliteratur verwendete IS/LM-Modell. Darüber hinaus ist es einfacher und vielseitiger anwendbar, da es Realzinsen statt Nominalzinsen berücksichtigt und auf die Inflationsrate statt eine unrealistische Preisniveaustabilität rekurriert. Die Liquiditätsfalle und die Gefahr eine Deflationsspirale lassen sich konsistenter in diesem Modell darstellen. Zeit, von der LM-Kurve Abschied zu nehmen.
Modell der geschlossenen Volkswirtschaft
Lehrbuchempfehlung: Taylor, J.B. (2007), Economics, 5. Aufl. S. 633-695 oder 6. Aufl. (2009), S. 672-752
Romer, David, (2006),
Short-Run Fluctuations. Manuskript, University of California, Berkeley, S. 1-19; 44-70
Lambsdorff, J. Graf und C. Engelen (2007),
Das Keynesianische Konsensmodell, WiST, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, August, S. 387-394.
Jarchow, H.-J., Grundriss der Geldtheorie, 12. neu bearb. und erw. Aufl., Stuttgart: UTB, 2010: 217-243
Hierzu sind folgende Vorlesungsunterlagen erhältlich: Makroökonomik WS 2010/11:
Kapitel 7,
Kapitel 8,
Kapitel 9
Schön ist auch die Darstellung in
Reither (2003).
Modell der offenen Volkswirtschaft
Das bisher in der Lehre verwendete Standardmodell, das Mundell-Fleming-Modell, lässt sich bei Verwendung einer Taylor-Regel deutlich erweitern und realitätsnäher gestalten. Eine schöne, einführende Lehrbuchdarstellung findet sich in Burda und Wyplosz (2009), 5. Aufl (!), S. 259-279). Kleiner Nachteil. Das alte Mundell-Fleming-Modell wird noch mit beschrieben. Dies bewirkt kleine Inkonsistenzen (das Modell bezieht sich z.B. auf Nominalzinsen statt auf Realzinsen und Devisenmarktinterventionen wirken einmal auf das Basisgeld und ein andernmal auf die Geldmenge selbst). Leichter geht es daher, wenn das Mundell-Fleming-Modell ganz ad acta gelegt wird:
Lambsdorff, J. Graf und C. Engelen (2007)
Das Keynesianische Konsensmodell einer offenen Volkswirtschaft, Passauer Diskussionspapiere Nr. 49-07, August 2007.
Auszugsweise ist dieser Diskussionsbeitrag erschienen in
WiST, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Oktober 2008, S. 540-547.
In der Vorlesung "Monetäre Außenwirtschaft, SS 2010" wurden folgende Materialien zum Keynesianischen Konsensmodell einer offenen Volkswirtschaft erstellt und verwendet:
Währungsreserven und Währungspolitik bei konstanter Inflation
Währungsreserven und Währungspolitik bei variabler Inflationhttp://www.wiwi.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/lehrstuehle/lambsdorff/downloads_SS08/Mon_Aussenw11.pdf
Währungspolitik und die Zinsparitäthttp://www.wiwi.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/lehrstuehle/lambsdorff/downloads_SS08/Aufgabensammlung_MonA_SS__2008.doc